Was passiert am Folgetag nach N aufeinanderfolgenden Abwärtstagen? (S&P-500, 2014-01-01–heute)
cc_meanrev_excess.py) als auch die intraday-Open→Close-Variante
(long Open[t+1] → Close[t+1], open_close_validate.py) sind OOS
(Train ≤ 2021-12-31, Test ≥ 2022-01-01) nicht-signifikant: jeder OOS-t auf
Tages-Portfolio-Ebene ≤ +1,6, netto bei realistischen Kosten ≈ 0 oder
negativ. Auf Aktie-Tag-Ebene sieht der Effekt dramatisch aus (t bis +11,5) — das
ist aber die Clustering-Illusion: Crash-Tage triggern parallel hunderte
Aktien, die Korrelation bläht n auf. Ehrliche Lesart: Statistisches Muster
real, handelbares Alpha widerlegt. Details in den Blöcken unten.
Sechs kurze Karten, was die Visualisierung sagt und was nicht.
Histogramm der Close-to-Close-Renditen am Tag nach einer N-Abwärts-Streak. Graue Fläche = unbedingte Basis (alle Aktie-Tage).
Δ pp (Hit-Quote minus unbedingte Basis) je N. Punkt = aktuelle Auswahl.
Δ % (Mean Folgetag minus unbedingte Basis) je N.
Long Close[t] → Close[t+h], Excess gegen SPY über denselben h-TT-Zeitraum,
aggregiert pro Einstiegstag (ehrliches n = Tage). Skript: cc_meanrev_excess.py,
Lauf 2026-05-18. Auszug Korb ≥ 8 (handelbare Diversifikation):
| Signal | OOS Tage | OOS exc Ø | OOS t | netto@10 OOS t |
|---|---|---|---|---|
| N≥4, h=2 (Korb≥8) | 720 | +0,016 % | +0,35 | −1,89 |
| N≥4, h=3 (Korb≥8) | 719 | +0,007 % | +0,12 | −1,69 |
| N≥4, h=5 (Korb≥8) | 717 | −0,002 % | −0,03 | −1,47 |
| N≥6, h=3 (Korb≥8) — bestes | 225 | +0,157 % | +1,60 | +0,58 |
| N≥6, h=5 (Korb≥8) | 225 | +0,141 % | +1,21 | +0,35 |
| N≥7, h=3 (Korb≥8) | 92 | +0,192 % | +1,29 | +0,62 |
Höchster OOS-t bei brutto = +1,60 (N=6, h=3, Korb≥8). Pre-Reg-Schwelle wäre >+2,0 für „signifikant" — knapp insignifikant, nach 10 bps round-trip Kosten ≈ 0. Best-Case-OOS auch nur 225 Tage (vom 2022-01-01 bis 2026-05) — n ist klein.
Streak-Trigger bis Close[t], Long am Open[t+1], Exit am Close[t+1] —
Overnight-Risiko ausgeschlossen. Tages-Portfolio (clustering-fest). Skript:
open_close_validate.py,
Lauf 2026-05-18.
| Signal | OOS Tage | OOS Ø brutto | OOS t brutto | netto@5 OOS Ø | netto@5 OOS t |
|---|---|---|---|---|---|
| 2+ down | 1094 | +2,33 bps | +0,73 | −2,67 bps | −0,83 |
| 4+ down | 1034 | −0,17 bps | −0,04 | −5,17 bps | −1,26 |
| 5+ down | 933 | +0,26 bps | +0,06 | −4,74 bps | −1,04 |
| 6+ down — Sweet-Spot | 771 | −5,70 bps | −1,01 | −10,70 bps | −1,90 |
| GAP < −2 % | 1047 | +5,94 bps | +0,88 | +0,94 bps | +0,14 |
Wichtig: Auf Aktie-Tag-Ebene (n = Aktien-Tage, nicht im Auszug oben) sehen dieselben Daten dramatisch aus — z. B. 4+down OOS t=+11,55 — weil hunderte Aktien dieselben Crash-Tage durchlaufen und korrelierte n hochzählen. Sobald man auf Tages-Portfolio aggregiert (echte n = Anzahl Handelstage, Korb gleichverteilt), schmilzt der Edge zusammen. Das ist die Clustering-Illusion in einer Tabelle.
Der Streak-Befund ist deskriptiv real: bei 6+ Down-Tagen liegt die Folgetag-Hit-Quote tatsächlich 4,2 pp über der Basisrate, monoton wachsend bis N=9 (+7,9 pp). Das Muster lässt sich auf S&P-500-breit reproduzieren, ist also nicht Cherry-Pick aus 6 Tech-Werten.
Als handelbares Long-Alpha wurde der Befund 2026-05-18 auf zwei Wegen geprüft und in beiden OOS+nachKosten widerlegt: Close-to-Close vs SPY und intraday Open→Close. Der Edge lebt entweder nur in winzigen, undiversifizierbaren Körben oder verschwindet, sobald Korrelation zwischen Signal-Tagen ehrlich gerechnet wird (Tages-Portfolio statt Aktie-Tag).
Konsequenz: Das Muster ist gut zu wissen
(z. B. zum Timing eines geplanten Long-Einstiegs: nicht direkt nach 1-2
roten Tagen, sondern eher nach 5-6). Als eigenständige Trading-Strategie nicht
greenlight. Kein Nachfrisieren mit Vola/Sektor/News-Conditionern ohne separate
Pre-Reg-Studie — diese drei Wege wurden ebenfalls ohne Erfolg geprüft (siehe
cc_meanrev_vix.py, cc_meanrev_gdelt.py).