Was passiert N Handelstage nachdem die schnelle MA die langsame kreuzt? (S&P-500, 2014-01-01–heute)
Ehrlich: Eine Visualisierung des Folk-Wisdom-Signals. Golden Cross (fast MA
schneidet slow MA von unten) wird Tradern als bullish verkauft, Death Cross umgekehrt
als bearish. Hier sehen Sie die tatsächliche Verteilung der N-Tages-Renditen je
Event im Vergleich zur unbedingten Basisrate. Alle Histogramm- und Heatmap-Zahlen sind
deskriptiv über den ganzen Zeitraum 2014–heute — kein OOS-Split, keine Kosten.
Update 2026-05-21 — OOS-Falsifikation des „Beste-Long"-Quick-Picks:
Der Sweet-Spot f=20, s=50, h=10 (im Grid +1,82 pp Hit-Edge) wurde mit einem
separaten Strategie-Test (Excess vs SPY pro Einstiegstag, Train ≤ 2021-12-31,
Test ≥ 2022-01-01, Kosten {3,5,10} bps round-trip) out-of-sample widerlegt:
IS exc Ø +0,252 % (t = +3,02) — OOS exc Ø −0,177 %
(t = −1,45), netto@5bps OOS t = −1,86. Vier von fünf
Pre-Reg-Gates FAIL — Vorzeichen dreht. Details siehe Block „OOS-Strategie-Test"
unten. Lehre: Wer 12 Jahre 5×6×6-Grid rückblickend probiert, findet immer eine
„passende" Zelle (Multiple-Testing). Der OOS-Split ist der Filter, der das aussortiert.
Lesebeispiel — so liest du diese Seite
Damit klar wird, was die Visualisierung sagt — und was sie nicht sagt.
1. Die Frage
Hat ein MA-Crossover Vorhersagekraft für die nächsten N Tage?
Wenn die schnelle Mittelwertlinie (z. B. 50-Tage-SMA) die langsame
(z. B. 200-Tage-SMA) von unten nach oben kreuzt, nennt man das einen
Golden Cross — Tradition sagt: bullish.
Kreuzt sie umgekehrt von oben nach unten: Death Cross — Tradition sagt: bearish.
Wir prüfen jeden solchen Punkt in der S&P-500-Historie und schauen, was N Handelstage
später wirklich passiert ist.
2. Das Histogramm
Verteilung der N-Tages-Renditen je Event.
Grün = alle Golden-Cross-Events, rot = alle Death-Cross-Events.
Im Hintergrund liegt grau die unbedingte Basisrate:
die Renditeverteilung über alle Aktie-Tage. Das ist der Marktdrift, dem jedes
Signal entgehen muss. Verschieben sich die farbigen Kurven gegenüber dem Grau,
hat das Signal etwas zu sagen — bleiben sie deckungsgleich, ist es Rauschen.
3. Die Hit-Quoten
Wie oft trifft das Signal die erwartete Richtung?
Bei Horizont 5 Tagen steigt eine zufällige Aktie an einem zufälligen Tag in
54,7 % der Fälle — das ist die unbedingte Basisrate (gilt für Long).
Sie fällt in 45,3 % der Fälle (gilt für Put). Die Δ-pp-Anzeige in den
Kacheln zeigt genau diese Differenz: positive ppp = Edge, negative ppp = Anti-Edge.
Beim klassischen 50/200 ist die Differenz in jedem Horizont negativ — die Tradition
ist hier statistisch nicht haltbar.
4. Die Heatmaps rechts
Welche (fast, slow)-Kombination trägt überhaupt?
Eine Matrix-Sicht: alle möglichen MA-Kombinationen bei gewähltem Horizont.
Grün = positive Edge in erwarteter Richtung,
rot = invertierter Edge (Signal sagt das Gegenteil von dem,
was passiert). Cyan-Kreis markiert deine aktuelle Auswahl. Schnell sichtbar: nicht alle
MA-Paare verhalten sich gleich — kurze schnelle MAs (5–20) mit mittellangen slow (50–150)
und 10–20-Tage-Horizont zeigen einen kleinen, aber konsistenten Long-Edge.
5. Was hier nicht steht
Wichtige Vorbehalte vor jedem Trading-Schluss.
In den Histogrammen/Heatmaps: kein OOS-Split (alles 2014–2026 zusammen),
Survivorship-Bias mit aktueller Indexliste, keine Kosten, kein Volatilitäts-Faktor,
kein Sektor-Filter. Eine Δ von +2 pp Hit-Quote ist deskriptiv interessant,
kein handelbarer Alpha. Inzwischen geprüft
für die „Beste Long"-Zelle (f20/s50/h10): siehe roten Banner oben und Block
„OOS-Strategie-Test" unten — Edge dreht out-of-sample.
6. Quick-Picks
Direkt zu den extremen Zellen springen.
Mit den Buttons über dem Diagramm springst du direkt zu:
„Beste Long-Variante" (Golden Cross mit höchstem Hit-Edge — Call/Long-Position),
„Beste Put-Variante" (Death Cross mit höchstem Edge —
Put-Optionsschein-Strategie),
„Klassisches 50/200" (Default zum Vergleich) und
„Schlechteste Long" (wo Folk-Wisdom besonders kläglich versagt).
Pre-registriertes Erfolgskriterium VOR dem Lauf fixiert, dann gerechnet.
Ergebnis: 2 von 5 Gates passieren — Edge nicht handelbar.
Setup: 502 S&P-500-Ticker, Tages-OHLC 2014-01 – 2026-05.
Signal = Golden Cross MA20/MA50. Long Close[t] → Close[t+10TT].
Excess pro Trade gegen SPY über denselben 10-TT-Zeitraum, Aggregation pro Einstiegstag
(ehrliches n = Tage, nicht Trades). Tages-Portfolio zusätzlich täglich rebalanciert
über alle offenen Positionen — echter MaxDD.
Train ≤ 2021-12-31, Test ≥ 2022-01-01. COVID-Ausnahme 2020-02-15 .. 04-30.
Interpretation: Per-Einstiegstag-Excess gegen SPY dreht OOS klar
negativ — der Signal-Filter selbst hat verloren. Das tägliche Portfolio (B-Variante) zeigt
OOS noch +11 % p.a. roh (t = +1,27), aber das ist SPY-Beta, nicht Alpha:
der Roh-Sanity-Check „Trade-Return minus unbedingte Basis" (rawMB) liegt OOS bei
−0,28 %. Konsequenz: Faden ehrlich geschlossen, keine EMA-/Sektor-/Vola-Variante
nachgefrickelt ohne separate, neue Pre-Reg-Studie.
Verteilung der Forward-Renditen
Histogramm der Renditen 5 Handelstage nach jedem
Crossover-Event. Graue Fläche = unbedingte Basisrate (alle Aktie-Tage, +5 TT).
Golden Cross
—
Events
Golden Hit% (steigend)
—
—
Golden Median
—
—
Death Cross
—
Events
Death Hit% (fallend)
—
—
Death Median
—
—
Basis-Drift Median
—
—
Basis n (Aktie-Tage)
—
unbedingt
Heatmap: Hit-Diff Golden vs Basis
Trefferquote Golden Cross (% Events mit r > 0) minus
unbedingte Basisrate (%>0) bei aktuellem Horizont, je (fast, slow). Punkt = aktuelle Auswahl.
Heatmap: Hit-Diff Death vs Basis
Analog für Death Cross: % Events mit r < 0 minus (100% − Basis%>0).
Grün = Edge in erwarteter Richtung, rot = Anti-Edge (Signal gegen das, was es verspricht).
Die unbedingte Basisrate misst, wie oft eine zufällige Aktie an einem zufälligen Tag
in N Tagen steigt — diesem Marktbeta muss jedes Signal mindestens entgehen, um echte
Information zu enthalten.